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Entwicklung fängt an, wenn es unbequem wird.

22. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Sept.

Irgendwie ein bisschen ironisch. Denn wenn man an dem Punkt ist, an dem man sich entwickeln möchte oder Notwendigkeit dafür verspürt, ist es doch meistens schon unbequem.

?? Also müssen wir uns mit Unbequemem konfrontieren, um uns zu entwickeln, damit das Unbequeme im Alltag an Macht verliert?


Ja. Und es braucht jemanden, der dir einen Spiegel vorhält, der dir hilft zu erkennen und dich begleitet. Der dir sagt und zeigt, wie dein System läuft, damit es dir danach besser geht.



persönliche Entwicklung


Manch einer schreckt vor der Konfrontation mit sich selbst zurück.

Einige wissen, was in der Versenkung "schmorrt" bzw. haben einen Verdacht... Andere ahnen es nicht, haben trotzdem Angst "davor".


Ohh, das kann ich gut nachvollziehen. Wie oft durfte ich selbst erfahren, wie sich das anfühlt... Mehr wie einmal fuhr ich mit Unbehagen zu den Ausbildungsstunden, in denen es um eigene Themen ging.


WORAN LIEGT DAS?

Naja, der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier.

"Er bleibt lieber auf einem Misthaufen sitzen. Auch wenn es stinkt, hält er wenigstens warm."

Sinngemäß: Dort weiß der Mensch, was ihn erwartet, wie es läuft, wie die Umgebung ist, wie die Aussicht ist... Auch wenn die Perspektive eingeschränkt ist, der Misthaufen ist vertraut und das Vertraute bedeutet in gewisser Weise Sicherheit.

Während hingegen ein Schritt ins Unbekannte (Veränderung) die altvertraute Gewohnheit auf´s Spiel setzt (wer weiß schon genau, was während eines Entwicklungsprozess so alles passiert).

Dann doch lieber auf dem Misthaufen sitzen bleiben.



DAS GEWOHNHEITSTIER DENKT KURZFRISTIG

Es ist ein ganz normales unterbewusstes Denken.

Unser Gehirn programmiert sich selbst auf kurzfristige Schmerzvermeidung. So kommt es zur Unterdrückung wichtiger Schritte in Richtung Veränderungsprozess.


Hier ist die eigentliche Ironie: Denn mit diesem Verhalten schaden wir uns selbst - ohne es zu bewusst wahrzunehmen. Wir halten den eigentlichen Schmerz mit der Vermeidung am leben.


Die Gewohnheit macht sich zudem nur subtil bemerkbar, das ist das Tückische.

In Form von Verhalten, mit dem du dich selbst von etwas abhälst, dich vielleicht sogar "sabotierst" oder andere emotional verletzt.

So ist es "total normal", dass sich Dinge wiederholen, wir uns aus Abhängigkeiten nicht lösen können, nicht entscheiden können, Beziehungen auf Distanz halten, oder unangenehmes in die Länge ziehen und immer wieder aufschieben.


Es sind Denkweisen, aus denen du erstmal allein nicht herausfindest und dich fragst: "warum immer wieder".

Das nehmen wir als "veränderbaren Mist" erstmal nicht wahr, denn: Es war ja schon immer so. Der Haufen, mit dem unangenehmen alten Mist, hält uns zurück, verwehrt viel Positives und Leichtigkeit.



Aber - jetzt kommt das Aber:

Das Leben fragt nicht immer danach, ob du lieber auf dem Haufen bleiben möchtest. Die sogenannten Umstände "zwingen" manchmal etwas zu tun.

Und die gute Nachricht:

Der "Entwicklungsschmerz" ist im Normalfall nur von kurzer Dauer.



Kurzer Abstecher in die Praxis:

Es war einmal eine Aufstellung, in der ging es um Wut. Um langjährig unterdrückte Wut. Nun, während der Arbeit war spürbar, was sich da anstaute und wie tief die Wut unbewusst vergraben lag. Wie sehr sie von innen heraus den Teilnehmer manipulierte und zerstörerische Kraft hatte.

Um der Wut ein Ventil nach draußen zu bieten, kitzelte ich ein bisschen und sagte: "du wirst mich noch verfluchen". Und so kam es. Und das war gut so.

Mithilfe des Stellvertreters, der die Wut zum Ausdruck brachte, fühlte und erkannte der Teilnehmer plötzlich sein eigenes "Verfahren". Die Wut konnte sich kontrolliert Luft verschaffen, und dann konnten wir "arbeiten".


Das ist das Unbequeme. Hier fängt Entwicklung an. Ent-wicklung der Verstrickung.



ES LOHNT SICH Betrachten wir einmal "richtig" das Unbequeme, vor dem wir ausweichen, ermöglichen wir uns endlich neue Möglichkeiten.


Wie mit einem Pflaster, was ruckartig abgezogen wird.

Es tut kurz weh, aber kommt Luft und Sonne an die Wunde, hilft das der Wunde meistens noch am besten, oder nicht?


Habt euch wohl. 💜



*(WICHTIG: ich spreche nicht von der notwendigen Schutzreaktion des "Abspaltens", um extreme Situationen (Trauma) auszuhalten. Das sind zweierlei Ausgangslagen und anders zu betrachten.)

 
 
 

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